Online-Workshop „Rätekommunismus“ mit Felix Klopotek

Jenseits des Linksradikalismus: Der Rätekommunismus als Bewegung der gesellschaftlichen Autonomie 

https://zoom.us/j/94122779243 

04.12.2020 – 18:30 Uhr – via zoom

Auf Trotzki geht die kluge Bemerkung zurück, dass die Parteien Organisationen im Proletariat, die Räte allerdings Organisationen des Proletariats seien. Sie sind das Fundamentale, Grundsätzliche, die angemessene Bewegungsform proletarischer Emanzipation – und nicht die Partei, auch nicht die Gewerkschaft.

Trotzki bemerkte das in seiner Aufarbeitung der ersten russischen Revolution von 1905, als für alle politischen Beobachter*innen unerwartet das revoltierende, streikende Proletariat sich in Räten selbst organisierte. Seitdem waren Räte das Symbol proletarischer Emanzipation schlechthin. Schließlich gründete sich zu Beginn der 1920er Jahre mit dem Rätekommunismus eine antiautoritäre Strömung in Frontstellung gegen Sozialdemokratie und Bolschewismus auf dem Prinzip der Selbstorganisation. »Arbeiter, die sich selbst als Klasse befreien wollen, liegen außerhalb des Gesichtskreises der Kommunistischen Partei«, so das Urteil Anton Pannekoeks, Mentors dieser Bewegung. Dieser Satz hat heute noch Gültigkeit. Aber was noch? Kämpfe um Autonomie und Befreiung, die längst nicht mehr eindeutig proletarisch sind, haben in den letzten 50 Jahren – weltweit – nicht mehr zwangsläufig zur Bildung von Rätestrukturen geführt. Wie wäre das Erbe des Rätekommunismus zu bestimmen und zu retten? Anhand historischer Stationen und die mit ihnen verknüpften theoretischen Begriffe soll dieses Erbe gesichtet werden. Daraus lassen sich Fragen und Einsichten gewinnen, die noch für unsere heutigen Kämpfe von Bedeutung sind.

Hier findet ihr eine Sammlung von Zitaten, Informationen und Bemerkungen zusammengestellt von Felix:

Felix Klopotek (* 1974) ist ein deutscher Journalist und Autor. Er schreibt unter anderem für konkret und jungle world.