Veranstaltungsreihe zu Lebensreform, Esoterik und Ökologie

Alle Veranstaltungen finden in der „Teestube“ (Markt 21 in Weimar) statt. Veranstaltungsbeginn ist immer 18 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

31.10.18 – Grüne Braune – mit Peter Bierl

In der Einführung wird ein kurzer historischer Abriss gegeben und die aktuellen Aktivitäten der Rechten im Umweltbereich skizziert. Außerdem werden ideologische Vorstellungen behandelt, die sich jenseits der Rechten verbreiten und für deren Agitation, Rekrutierung und Bündnispolitik Anknüpfungen bieten.

Peter Bierl ist Autor, u.a. erschienen von ihm „Alle Macht den Räten: Rosa Luxemburg: Rätedemokratie und Sozialismus“, „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister: die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik“, „Schwundgeld, Freiwirtschaft und Rassenwahn: Kapitalismuskritik von rechts: der Fall Silvio Gesell“ und „Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts“. Er schreibt u.a. für taz, jungle world und Süddeutsche Zeitung.

07.11.18 – FÜHRER ZUM SELBST – ZUR MASSENPSYCHOLOGIE DER ESOTERISCHEN SUCHE NACH DEM SELBST – MIT JÉRÔME SEEBURGER

Esoteriker inszenieren sich heute erfolgreich als spirituelle Individualisten, die sich auf der Suche nach einem Selbst befinden, das sie im Einklang mit dem Schicksal wähnen. Diese Suche ist zugleich eine Reinigung von allem, was ihnen an ihrem gegenwärtigen Selbst fremd erscheint, weil sie es im Banne des Egos gefangen glauben. Da sie ihr wahres Selbst in sich suchen, entsteht leicht der Eindruck, dass ihnen die Bindung an eine äußere Autorität fern liegt. Autoritäre Sekten kommen ihnen altmodisch vor. Alle sind so frei und individuell, dass sich niemand von einem Guru bevormunden lassen will. Dieser Schein soll im Vortrag durchdrungen werden. Wie sich anhand der Massenpsychologie der Bhagwan-Sekte nachvollziehen lässt, kommt die Selbstsuche nicht ohne Führer aus. Heute müssen diese nicht mehr wie der Urvater daherkommen, als der sich Bhagwan noch aufgespielt hat. Es reicht, als Brüderchen aufzutreten und schweigend auf der Bühne die „Power of Silence“ zu verkörpern, um die Selbstsuchenden in Scharen anzuziehen.

Jérôme Seeburger schreibt seine Dissertation zur Sozialpsychologie der Esoterik und untersucht vor allem ihren autoritären Charakter und den Zusammenhang mit dem Antisemitismus.

10.11.18 – Germanenkulte, Lebensreform und Esoterik als Nährboden der NSDAP – mit Günter Watermeier

Ein Vortrag soll sich mit dem Sumpf aus ökologischen, lebensreformerischen und esoterischen Organisationen beschäftigen, die u.a. zum Nährboden für den NS wurden und sich ihm gerne anschlossen, als er an die Macht kam. Es geht um einen historischen Abriss des Aufstiegs dieser reaktionären Ideologie und ihrer Verbrüderung mit dem NS und den Gründen für beides.

Günter Watermeier ist Historiker und forscht seit vielen Jahren zur Entstehung und Formierung der NSDAP, zur Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung und zur Jugendbewegung im Kaiserreich und in der Weimarer Republik.

Offene Mitgliederversammlung am 14.10.18

Wir laden alle unsere Mitglieder und alle Interessierten zu unserer Mitgliedervollversammlung am 14.10.18 ab 10 Uhr ein.

Es wird um einen Rückblick auf die letzten zwei Jahre gehen, eine Neuwahl des Vorstandes steht an und wir wollen uns Gedanken über die Arbeit in der nächsten Zeit machen. Dazu gibt es Essen, Getränke und nette Stimmung.

Also kommt vorbei! Wenn ihr Fragen habt, schreibt uns einfach eine Mail.

Literarischer Stadtrundgang – Die rote Köchin

Zeit: Samstag, 13.10.18 – 14 Uhr
Treffpunkt: hinter der M18 (Marienstr. 18)

Literarischer Stadtrundgang – Die Rote Köchin

Gemeinsam wollen wir die Stadt Weimar und ihre linke Geschichte erkunden. Das Buch „Die rote Köchin“ berichtet von der Geschichte einer spartakistischen Zelle in den 1920er Jahren, deren Mitglieder in Weimar lebten und am Bauhaus studierten. Wir wollen zusammen durch die Stadt spazieren, zu den Orten an denen die Zelle gewirkt und gekämpft hat und uns dabei von Ihren Berichten inspirieren lassen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der OASE Weimar statt:

Kapitalismuskritik für Einsteiger*innen

Zeit: Mittwoch, 10.10.18 – 16 Uhr
Ort: M18 (Marienstr. 18)

Kapitalismuskritik für Einsteiger*innen

Arbeit nervt! Aber warum eigentlich? Als Studierende*r oder Sichbildende*r ist man nicht von den gesellschaftlichen Verhältnissen des kapitalistischen Arbeitssystems ausgeschlossen und in absehbarer Zeit muss man, wenn dies nicht schon der Fall ist, seine Arbeitskraft möglichst gut bezahlt verkaufen. Der Frage warum man diesem System so lange wie möglich entgehen will und einer möglichen Lösung in der Veränderung des Systems, wollen wir gemeinsam nachgehen. In unserer Einführung in die Kapitalismuskritik soll es um das Verhältnis von Arbeit im Kapitalismus gehen und wie das gesellschaftliche Leben umstrukturiert werden könnte, um aus diesem Zustand auszubrechen. Über Reflexionen innerhalb der Gruppe und anhand von Texten erarbeiten wir uns Kritik, die dann lange noch nicht am Ende angelangt ist, sondern eine Grundlage darstellen soll.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der OASE Weimar statt:

Führung durch das ehemalige KZ Buchenwald

Zeit: Mittwoch, 10.10.18 – 13 Uhr
Ort: Gedenkstätte Buchenwald

Im Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar und seinen Außenlagern wurden zwischen 1937 und 1945 insgesamt fast 280.000 Menschen von den Nazis gefangen gehalten. Politisch, rassistisch oder als sogenannte „Gemeinschaftsfremde“ verfolgt, sollten sie dauerhaft aus der deutschen „Volksgemeinschaft“ ausgeschlossen werden. In der Rüstungsindustrie und in zahlreichen anderen Bereichen wurden die Häftlinge zusätzlich zu schwerer Zwangsarbeit herangezogen. Wir wollen auf einem Rundgang durch die Gedenkstätte Spuren der Geschichte, die dort zu finden sind, aufgreifen und mehr über das Lager sowie dessen Nachgeschichte bis in die heutige Zeit erfahren. Es wird sehr kalt sein, also nehmt euch warme und windfeste Kleidung mit.

Gemeinsame Anreise ab Weimar Hauptbahnhof: Bus 6 „Buchenwald“, Abfahrt:  12:49 Uhr ab Hauptbahnhof

Die Veranstaltung findet im Rahmen der OASE Weimar statt:

Film: Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes

Zeit: Dienstag, 09.10.18 – 20 Uhr
Ort: M18
Eintritt: frei

Ein kommunistischer Filmmacher bekommt keine Drehbuch-Förderung und wird vom Job-Center zur Arbeit als Erntehelfer auf einer Apfelplantage genötigt, auf der plötzlich die Ausbeuter verschwunden sind. Zu beobachten ist die Sehnsucht nach der Revolution, die überall ausbrechen kann, auch wenn es niemand beabsichtigt hat. Denn: der „Kommunismus ohne Kommunisten“ wird durch die Schönheit jedes einzelnen Menschen begründet und ist so als Idee unsterblich.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der "OASE" (oase-weimar.de) statt:

Feminismus für Einsteiger*innen – still loving feminism

Zeit: Dienstag, 09.10.18 – 16 Uhr
Ort: Teestube (Markt 21)
Referentin: Maria Neuhauss

Still loving feminism. Über die Aktualität des Feminismus

Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, ob die “Frauenfrage“ nicht längst gelöst sei. Schließlich fahren Mädchen in der Schule durchschnittlich die besseren Noten ein und Frauen dringen in gesellschaftliche Bereiche vor, die ihnen lange versagt waren. Von einem Patriarchat könne da doch gar keine Rede mehr sein!

Dieser Vortrag behauptet: Die Unterdrückung von Mädchen und Frauen ist immer noch Realität – und erfordert eine kollektive Antwort: Feminismus.

Dabei soll jedoch nicht bei einer bloßen Aufzählung aller Benachteiligungen stehen geblieben werden. Stattdessen wird durch eine Darstellung der Struktur hinter den verschiedenen Phänomenen deutlich, welche Faktoren für die Aufrechterhaltung der hierarchischen Geschlechterordnung zentral verantwortlich sind. Damit ist dann auch gesagt, wogegen und wofür wir mit besonderer Kraft kämpfen müssen um dem Patriarchat perspektivisch den Garaus zu machen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der OASE Weimar statt:

Film „Der subjektive Faktor“ von Helke Sander

Ort: Gerber 1
Zeit: Mo., 24.09.18 – 19 Uhr
Eintritt frei

In „Der subjektive Faktor“ von Helke Sander geht es um das Geschlechterverhältnis innerhalb des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) und der westdeutschen Linken insgesamt zur Zeit um 1968:

Über die Identifikation mit den Kämpferinnen des Vietcongs lernte Helke Sander, die neuen Erkenntnisse auch auf ihre eigene Situation als Frau und alleinerziehende Mutter anzuwenden, und versuchte diese neue Sichtweise in die verschiedenen Gremien des SDS einzubringen. Hier scheiterte sie an der Borniertheit und Blindheit der Genossen. In ihrem autobiographisch geprägten Film »Der Subjektive Faktor«beschreibt sie eine Szene, in der sie zu einem Planungstreffen der Springer-Kampagne des SDS geht und den Genossen ein von ihr selbst entworfenes Flugblatt über die Manipulation der Hausfrauen vorlegt. Dieses wird jedoch von den Genossen brüsk abgelehnt. Während sie darauf wartet, ihr Anliegen vorbringen zu dürfen, reden die aufgeblasenen Knilche blasiert über die Selbstorganisation der Massen und merken nicht, dass mit Sanders Initiative eine Form der Selbstorganisation beginnt, die sie mit ihrer einseitigen Ausrichtung auf die Arbeiter nicht erfassen können. „Geh mal zur Annemarie in die Küche, die beschäftigt sich mit solchen Geschichten“, heißt es im Film.

Film „Lemmy Caution – Ermittlungen gegen die Wirklichkeit“

Ort: Gerber 1
Datum: Montag, 17.09.18
Zeit: 19 Uhr
Eintritt: frei

Geheimagent Lemmy Caution kommt nach Berlin, um Ermittlungen gegen die kapitalistische Wirklichkeit aufzunehmen. Er soll herausfinden, warum die Menschen an Verhältnissen kleben, die für die meisten von ihnen nur Leid, Elend und Not bereithalten. Die deutsche Abwehr, die ihn schon erwartet, schickt ihm ihre Agenten auf den Hals. Mit ihnen wird er spielend fertig, nicht aber mit der geheimnisvollen Doppelagentin Svobodnaja. Eine vermeintliche Spur führt in die Villa des Großindustriellen Bertotti (hinter dem sich der Chef der deutschen Abwehr, Müller-Goebbels, verbirgt). Durch den Verrat Svobodnajas gerät Lemmy dort in eine Falle. Doch in letzter Sekunde schlägt sie sich auf Lemmys Seite und rettet ihm das Leben. Als Lemmy, der sich Hals über Kopf in ein anderes Mädchen verliebt, seinen Auftrag aus den Augen verliert, erschießt ihn Svobodnaja, um sich – ihrer eigenen Eifersucht gewahr werdend – „ihre Freiheit zu bewahren“. Sterbend sinniert Lemmy über seinen Grundirrtum, eine mächtige, alles steuernde Organisation dort erwartet zu haben, wo überpersönliche Verhältnisse walten.