Feminismus für Einsteiger*innen – still loving feminism

Zeit: Dienstag, 09.10.18 – 16 Uhr
Ort: Teestube (Markt 21)
Referentin: Maria Neuhauss

Still loving feminism. Über die Aktualität des Feminismus

Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, ob die “Frauenfrage“ nicht längst gelöst sei. Schließlich fahren Mädchen in der Schule durchschnittlich die besseren Noten ein und Frauen dringen in gesellschaftliche Bereiche vor, die ihnen lange versagt waren. Von einem Patriarchat könne da doch gar keine Rede mehr sein!

Dieser Vortrag behauptet: Die Unterdrückung von Mädchen und Frauen ist immer noch Realität – und erfordert eine kollektive Antwort: Feminismus.

Dabei soll jedoch nicht bei einer bloßen Aufzählung aller Benachteiligungen stehen geblieben werden. Stattdessen wird durch eine Darstellung der Struktur hinter den verschiedenen Phänomenen deutlich, welche Faktoren für die Aufrechterhaltung der hierarchischen Geschlechterordnung zentral verantwortlich sind. Damit ist dann auch gesagt, wogegen und wofür wir mit besonderer Kraft kämpfen müssen um dem Patriarchat perspektivisch den Garaus zu machen.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der OASE Weimar statt:

Film „Der subjektive Faktor“ von Helke Sander

Ort: Gerber 1
Zeit: Mo., 24.09.18 – 19 Uhr
Eintritt frei

In „Der subjektive Faktor“ von Helke Sander geht es um das Geschlechterverhältnis innerhalb des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) und der westdeutschen Linken insgesamt zur Zeit um 1968:

Über die Identifikation mit den Kämpferinnen des Vietcongs lernte Helke Sander, die neuen Erkenntnisse auch auf ihre eigene Situation als Frau und alleinerziehende Mutter anzuwenden, und versuchte diese neue Sichtweise in die verschiedenen Gremien des SDS einzubringen. Hier scheiterte sie an der Borniertheit und Blindheit der Genossen. In ihrem autobiographisch geprägten Film »Der Subjektive Faktor«beschreibt sie eine Szene, in der sie zu einem Planungstreffen der Springer-Kampagne des SDS geht und den Genossen ein von ihr selbst entworfenes Flugblatt über die Manipulation der Hausfrauen vorlegt. Dieses wird jedoch von den Genossen brüsk abgelehnt. Während sie darauf wartet, ihr Anliegen vorbringen zu dürfen, reden die aufgeblasenen Knilche blasiert über die Selbstorganisation der Massen und merken nicht, dass mit Sanders Initiative eine Form der Selbstorganisation beginnt, die sie mit ihrer einseitigen Ausrichtung auf die Arbeiter nicht erfassen können. „Geh mal zur Annemarie in die Küche, die beschäftigt sich mit solchen Geschichten“, heißt es im Film.

Film „Lemmy Caution – Ermittlungen gegen die Wirklichkeit“

Ort: Gerber 1
Datum: Montag, 17.09.18
Zeit: 19 Uhr
Eintritt: frei

Geheimagent Lemmy Caution kommt nach Berlin, um Ermittlungen gegen die kapitalistische Wirklichkeit aufzunehmen. Er soll herausfinden, warum die Menschen an Verhältnissen kleben, die für die meisten von ihnen nur Leid, Elend und Not bereithalten. Die deutsche Abwehr, die ihn schon erwartet, schickt ihm ihre Agenten auf den Hals. Mit ihnen wird er spielend fertig, nicht aber mit der geheimnisvollen Doppelagentin Svobodnaja. Eine vermeintliche Spur führt in die Villa des Großindustriellen Bertotti (hinter dem sich der Chef der deutschen Abwehr, Müller-Goebbels, verbirgt). Durch den Verrat Svobodnajas gerät Lemmy dort in eine Falle. Doch in letzter Sekunde schlägt sie sich auf Lemmys Seite und rettet ihm das Leben. Als Lemmy, der sich Hals über Kopf in ein anderes Mädchen verliebt, seinen Auftrag aus den Augen verliert, erschießt ihn Svobodnaja, um sich – ihrer eigenen Eifersucht gewahr werdend – „ihre Freiheit zu bewahren“. Sterbend sinniert Lemmy über seinen Grundirrtum, eine mächtige, alles steuernde Organisation dort erwartet zu haben, wo überpersönliche Verhältnisse walten.

Film „Zwischen zwei Kriegen“

Ein Film aus den Klassenkriegen, in dem es nicht um die Schmerzen der Verletzten und die Qualen des Todes geht.

Ort: Gerber 1
Zeit: Freitag, 07.09.18 – 18 Uhr
Kosten: keine

Zwischen zwei Kriegen von Harun Farocki ist ein Film über die Zeit der Hochöfen, 1917 bis 1933, über die Entwicklung einer Industrie, über eine perfekte Maschine, die so lange laufen mußte, bis sie sich selbst zerstörte. Der Essay des Berliner Filmemachers Harun Farocki über die Schwerindustrie und das Gichtgas überzeugt durch kühle Abstraktion, durch die monomanische Besesseneheit des Autors, der an Hand eines einzigen Beispiels den selbstzerstörerischen Charakter der kapitalistischen Produktion zu belegen versucht und dabei auch den Zusammenhang von kapitalistischem Produktionszwang, den fesselnden Markt und den einspringenden Staat behandelt.

Vorlesekreis mit Bier #12: Meine Schulzeit im Dritten Reich

Mittwoch, 18.07.2018, 19 Uhr, Teestube (Markt 21)

Marcel Reich-Ranicki, Heinrich Böll und andere Schriftsteller erinnern sich an ihre Jugend unter dem Hakenkreuz

Deutsche Schriftsteller, die den Hitlerspuk als junge Menschen hautnah erlebt haben, geben darüber Auskunft, wie es damals gewesen ist, »als überall Hakenkreuzfahnen wehten und die SA marschierte«. Sie waren persönlich Betroffene, und dementsprechend persönlich sind auch die Antworten. »Wir machten uns keine Sorgen. Keine Spur von politischer Angst«, versichert zum Beispiel Horst Krüger. »Wir wussten mehr, als wir zugeben wollten«, hält Carola Stern dagegen, und Franz Fühmann bekennt: »Meine Schulzeit insgesamt ist eine gute Erziehung zu Auschwitz gewesen.«

Film: Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes – 18.6. 20 Uhr

Montag, 18. Juni 20:00 – 22:00
C.Keller & Galerie Markt 21 e. V.

Ein bürgerlicher Windhund gesteht, wie er vom Filmemacher zum Vierbeiner wurde: Weil er gerade keine Förderung bekommt, sieht Julian sich gezwungen, einen Job als Erntehelfer anzunehmen. Als er der jungen Kanadierin Camille weismacht, es handele sich dabei um die Recherche für einen kommunistischen Märchenfilm, in dem sie die Hauptrolle spielen soll, will sie ihn begleiten und Julian spinnt romantische Fantasien. So landen die beiden in der trügerischen Idylle einer ausbeuterischen Apfelplantage. Während Julian unter der körperlichen Arbeit leidet und sich vor den merkwürdigen Zimmergenossen in den Containerbaracken fürchtet, stürzt sich Camille enthusiastisch in die vermeintliche Recherche und freundet sich mit Hong und Sancho an, zwei wundergläubige Proletarier auf der Suche nach dem Glück. Für Julian wird es zunehmend schwieriger, den kommunistischen Filmemacher zu performen, außerdem kommt ihm ein Vorzeigearbeiter mit amerikanischen Träumen in die Quere, ein stummer Mönch mit magischen Kräften und einem Sprung in der Schüssel tritt auf, die Plantagenbesitzerin wird versehentlich getötet und eine versuchte Revolution endet in Ratlosigkeit. Da kommen die Spatzen in den Bäumen mit einem unerhörten Plan…

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=0yNp6ubjd_E

Eintritt frei

Workshop: Grundprinzipien kommunistischer Produktion und Verteilung

Wir lesen und diskutieren Auszüge aus dem Buch „Grundprinzipien kommunistischer Prdouktion und Verteilung“ der holländischen Rätekommunisten um Anton Pannekoek. Die Gruppe hat damals auf Grundlage der Entwicklung der Rätebewegung versucht zu skizzieren, wie eine kommunistische Wirtschaft aussehen könnte, die nicht im Staatskommunismus alá Sowjetunion enden soll.

Kommt vorbei! (Adresse auf Nachfrage per Mail an kontakt@falken-weimar.de)