Vorlesekreis mit Bier #9: Karl Kraus

Mittwoch, 31.01.2018, 19 Uhr, Teestube (Markt 21)

„Das sei der strengste und größte Mann, der heute in Wien lebe. Vor seinen Augen finde niemand Gnade. In seinen Vorlesungen greife er alles an, was schlecht und verdorben sei. […] Jedes Wort, jede Silbe in der Fackel sei von ihm selbst. Darin gehe es zu wie vor Gericht. Er selber klage an und er selber richte. Verteidiger gäbe es keinen, das sei überflüssig, er sei so gerecht, dass niemand angeklagt werde, der es nicht verdiene.“

– Elias CanettiDie Fackel im Ohr, Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1982, S. 66 f.

„Hinter Karl Kraus steht keine Religion, kein System, keine Partei, hinter Karl Kraus steht immer wieder immer nur Karl Kraus. Er ist ein in sich geschlossenes System, er ist eine Ein-Mann-Kirche, ist selbst Gott und Papst und Evangelist und Gemeinde dieses Bekenntnisses. Er spricht in eigenem Namen, in eigenem Auftrag und ohne Rücksicht auf Resonanz. Er haßt das Publikum seiner Leseabende und haßt die Leser seiner Zeitschrift, er verbittet sich jede Zustimmung.“

– Hans WeigelKarl Kraus oder die Macht der Ohnmacht. S. 9

Uns erwartet ein Ensemble von Textstellen und Auszügen seinem Werk.

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